Die Sparkassen-Finanzgruppe stellt ihre Zeitwirtschaft neu auf. Ab Ende 2027 löst die Zeitwirtschaft in SAP, konkret in PARISplus, das bisherige System von GFOS ab. Der Wechsel ist Teil eines größeren Standardisierungsprozesses und betrifft jede Sparkasse, die die Zeitwirtschaft von GFOS heute im Einsatz hat.
Was sich ändert
Mit der Zeitwirtschaft in PARISplus verschwinden die Systembrüche, die zwischen Gehaltsabrechnung und Zeitwirtschaft bislang bestanden. Beide Bereiche laufen künftig in einer Anwendung. Der Umstieg folgt der Strategie der Finanz Informatik, Systeme weiter zu konzentrieren und die Möglichkeiten von OSplus Personal konsequenter zu nutzen.
Aktuell befindet sich die Zeitwirtschaft in PARISplus noch in der Entwicklung. Erste Rollouts sind für das dritte Quartal 2027 angesetzt.
Standardisierung mit Kompromissen
Ein FI-Webinar zur Migration benennt die Abwägung offen. Für die Standardisierung sprechen reduzierte Komplexität, eine einfachere Einführung, geringere Kosten sowie eine bessere Aufnahme- und Anschlussfähigkeit. Das System ist zudem strategiekonform zur Ausrichtung der FI.
Dem stehen ein reduzierter Funktionsumfang, geringere Individualität, eingeschränkte Flexibilität und ein höherer Changebedarf gegenüber. Konkret bedeutet das für einzelne Sparkassen, bestehende Sonderregelungen lassen sich nicht in jedem Fall eins zu eins übertragen. Eine Ausnahme benennt das Webinar ausdrücklich, die Musterdienstvereinbarung „Variable Arbeitszeit“ (M551A-1) lässt sich im IPW vollumfänglich umsetzen.
Ein System für Gehalt und Zeit
Der Kern der Integration liegt darin, dass Gehaltsabrechnung und Zeitwirtschaft künftig in einem System laufen. Der Wegfall komplexer Schnittstellen spart Zeit und senkt die Fehleranfälligkeit gegenüber dem heutigen Zusammenspiel zweier getrennter Systeme.
Für die Sparkassen bedeutet das auch, sich das nötige Know-how auf eine einzige, vertraute Anwendung zu konzentrieren, PARISplus. Doppelte Datenpflege, etwa für Führungsstrukturen und Arbeitszeitmodelle, entfällt.
Funktionen im Überblick
PARISplus deckt die Zeitwirtschaft in ihrer vollen Breite ab. Dazu zählen Zeiterfassung, Arbeitszeitpläne, Bandbreiten- und Pausenbewertungen, Wege- und Rüstzeiten sowie die Bewertung von Abwesenheiten. Hinzu kommen Urlaubskontingente, Zeitkontenmodelle und Kappungsregelungen.
Auf der administrativen Seite ergänzen Lohnarten- und Zuschlagsermittlung, die automatische Generierung von Meldungen sowie konfigurierbare Workflows das Modul. Antrags-Genehmigung, Vertretungsregelungen und Reporting runden den Funktionsumfang ab.
Zeiterfassung im Detail
Die Zeiterfassung selbst läuft über die Anwendung Personal, am Arbeitsplatz oder mobil. Als Buchungsart ist „Büro“ der Standard, „mobile Arbeit“ lässt sich optional konfigurieren. Mitarbeitende buchen über private und dienstliche mobile Endgeräte, die KOMMEN- und GEHEN-Buchung ist zusätzlich in die Internet-Filiale und die S-App eingebunden.
Technisch setzt die Zeitwirtschaft in PARISplus in OSplus-Anwendung Personal auf eine Flip-Flop-Buchung mit Statusanzeige, aktiv oder inaktiv. Zwei Punkte markieren eine bewusste Einschränkung gegenüber dem bisherigen System, „Dienstgang“ wird als eigene Buchungsart nicht angeboten, und die Zeiterfassung über Terminal oder Telefon entfällt vollständig.
Benutzerfreundlichkeit auf allen Geräten
Die Zeitwirtschaft in PARISplus bietet über die OSplus-Anwendung Personal intuitive Oberflächen sowohl auf Desktop- als auch auf mobilen Geräten der Sparkasse, über die Anwendung MyMo, und zusätzlich auf privaten Endgeräten über die IF & S-App. Mitarbeitende sehen ihren Zeitsaldo, verfügbare Urlaubstage und ihre Wochenübersicht direkt in der Anwendung und können Anträge unmittelbar dort einreichen.
Wie sich Sparkassen informieren können
Zum aktuellen Stand der Migration finden Open-Door-Veranstaltungen der FI statt. Dort wird das System teilweise bereits vorgestellt, offene Fragen werden direkt beantwortet.